Glossar

Was ist eigentlich Meditation und was ist Zen-Meditation?

Meditation ist kein Name für eine einzige, überall gleich ausgeführte Übung. Der deutsche Ausdruck kommt über das lateinische meditatio von meditari, nachdenken oder nachsinnen. Heute umfasst er sehr verschiedene religiöse und nichtreligiöse Formen des Sitzens, Gehens, Rezitierens, Betrachtens und Sammelns.

Sind Meditation und Zen dasselbe?

Nein. Das Wort Zen geht auf das Sanskritwort dhyāna zurück, das meditative Versenkung oder Betrachtung bezeichnet. Zen wurde jedoch auch der Name einer buddhistischen Schule, ihrer Praxis und ihrer Überlieferung. Die Herkunft erklärt den Namen, aber nicht die ganze Tradition.

Auch im Japanischen ist Meditation ein weiterer Begriff als Zen. Das neuzeitliche Wort meisō verbindet Meditation sogar mit dem Schließen der Augen. Beim Zazen bleiben die Augen dagegen leicht geöffnet oder, in der Altbäckersmühle, halb geschlossen.

Was ist Zen-Meditation?

Die sitzende Übung des Zen heißt Zazen. Zur Zen-Praxis gehören jedoch ebenso Kinhin, Rezitation, Verbeugungen, Arbeit und gesammeltes Handeln im Alltag.

Beim Zazen richtet sich der Körper auf. Die Hände ruhen ineinander, der Blick sinkt, und die Augen bleiben im Sōtō leicht geöffnet. Im Sōtō fällt der Blick ungefähr in einem Winkel von 45 Grad nach unten. In der Mühle sind die Augen halb geschlossen, der Blick sinkt etwa einen Meter vor dir auf den Boden, und die Zunge liegt am Gaumen.

Diese Form zielt nicht darauf, Gedanken gewaltsam abzustellen. Zazen verlangt keinen leeren Kopf. Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle können auftauchen, ohne dass du ihnen folgen oder sie unterdrücken musst.

Ist Zazen ein Mittel zu einem Ziel?

Nein. Im Sōtō heißt diese Form Shikantaza, nur Sitzen. Zazen dient dort nicht als Mittel, mit dem später ein anderer Zustand erreicht werden soll. Das Sitzen selbst ist die Übung.

Das bedeutet nicht, dass im Zazen nichts geschieht oder dass Sammlung bedeutungslos wäre. Samadhi bezeichnet meditative Sammlung, ist aber nicht mit beliebiger Konzentration gleichzusetzen. Die Übung richtet sich nicht auf Leistung, Wettbewerb oder einen besonderen Erfolg.

Im Rinzai kann die Arbeit mit einem Kōan stärker hervortreten. Im Sōtō steht Shikantaza im Mittelpunkt. Eine starre Gegenüberstellung von Rinzai als Kōan-Schule und Sōtō als bloßer Sitzschule bleibt dennoch zu grob.

Welche Form üben wir in der Mühle?

Zazen ist vom Grundsatz her formlos. Beim gemeinsamen Sitzen erhält es eine bestimmte Form, damit Menschen zusammen eintreten, sitzen, gehen, rezitieren und die Stille teilen können.

Die Form der Mühle kommt aus Tassajara. Dort legte vor allem Kobun Chino Otogawa die Zeremonien fest. Vanja Palmers brachte sie über Puregg und das Felsentor in die Altbäckersmühle. Sie erschließt sich im gemeinsamen Üben.